Sicher, es gibt die Möglichkeit, KI-Textgeneratoren zu nutzen, ChatGPT ist da nur ein Programm unter vielen. Die Qualität hängt aber von der eingegebenen Frage – dem sogenannten Prompt – ab. „Kündigung meiner Rechtsschutzversicherung“ wird da sicher ein gutes Ergebnis liefern. Bei wissenschaftlichen Arbeiten ist aber aus zwei Gründen Vorsicht geboten. Zum einen sind die Ergebnisse oft alles andere als gut und müssen gründlich geprüft werden. Wer mit dem Thema nicht vertraut ist, erkennt aber viele Fehler gar nicht. Das ist so, als wenn ich einen Eiskunstlaufwettbewerb verfolge: Ich bin tief beeindruckt von dynamischen Linien, kraftvollen Sprüngen und eleganten Figuren. Und dann heißt es im Kommentar: Der tiefe Kantenlauf ist nur durchschnittlich. Das wars dann mit der Medaille. Zum anderen lassen sich KI-Texte sowohl von Schreibprofis als auch von Plagiat-Software schnell erkennen. Werden sie nicht kenntlich gemacht, gilt das – genau wie bei anderen nicht angeführten Belegen – als Täuschungsversuch. Und das wars dann mit dem Abschluss. KI-Tools sind durchaus praktische und sinnvolle Hilfsmittel – wir rechnen ja auch mit einem Taschenrechner und nicht im Kopf. Aber wie beim Taschenrechner gilt: Das Ergebnis muss kritisch in den Blick genommen werden – und das geht nur mit eigenem Wissen.